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Die Geschichte des Löwenzorn

Die bewegte Geschichte des Löwenzorn gehört zweifellos zu den interessantesten aller Liegenschaften in der Basler Altstadt.

Im Mittelalter standen auf dem Areal des heutigen Baus nicht weniger als drei Häuser. Vom ältesten unter ihnen, dem Hus ze Wissenburg erhalten wir bereits 1327 erstmals Kunde. Es trug seinen Namen nach Konrad, dem Zimmermann von Weissenburg. Diese Liegenschaft wechselte in den Folgejahren mehrfach den Besitzer, da sie verschiedene Eigentümer misslicher finanzieller Verhältnisse wegen nicht zu halten vermochten.

Die zweite Liegenschaft - im Volksmund Gunach genannt - stand im 15. Jahrhundert im vornehmen Besitz zweier Bürgermeister aus dem Geschlecht Rot. 1495 wurde der Hof Gunach zum Herd eines grossen Brandes, der in der näheren Umgebung 36 Häuser und Scheunen zerstörte. Zu Beginn des 16. Jahrhundert war die Brandstätte jedoch bereits wieder überbaut. 1516 vereinigte der damalige Obervogt zu Waldenburg, Heinrich Meltinger, den Hof Gunach und das Hus ze Wissenburg in seinen Händen.

Die dritte Liegenschaft zem dürren Sod, erscheint 1419 erstmals in den Akten. Nach dem grossen Brand ging sie 1512 in den Besitz des Druckers Jakob Wolff von Pforzheim über. Er war der Besitzer einer der bedeutensten Druckereien des früheren Basler Buchdrucks. Er musste die Liegenschaft später aber aus finanziellen Nöten veräussern. Der neue Besitzer war auch hier Heinrich Meltinger, der sich darauf ans Werk machte, die drei Liegenschaften zu vereinigen. Doch bereits 1525 verkaufte er den Sitz neuerdings und zwar an einen Drucker namens Valentin Schaffner. Er selbst kehrte der Stadt Basel den Rücken, als er erkannte, dass sie sich der Reformation zuneigte. Schaffner seinerseits war Mitglied der Zunft zu Safran, galt als Hitzkopf und erregte Aufsehen wegen verbotenen Nachdrucken von Druckerzeugnissen anderer Berufskollegen.

In der folgenden Zeit erlebte die Liegenschaft eine bewegte Geschichte. Der aus der Westschweiz stammende Kaufmann Balthasar Ravalasca war einer ihrer Besitzer und dürfte wohl um das Jahr 1560 das prachtvolle Renaissance-Portal des Hauses geschaffen haben. Von der Mitte des 17. Jahrhunderts an stand das Haus während nahezu 150 Jahre im Besitz der 1830 im Mannesstamm erloschenen Familie Mitz, derer letzter bedeutender Vertreter der Bürgermeister Daniel Mitz war. Löwenzorn als Name des Hauses ist erstmals 1781 erwähnt. Nachdem auch im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert das Haus mehrmals den Besitzer wechselte, erwarb 1845 der Weinhändler Johann Ulrich Nötzli-Langmesser die Liegenschaft.

Im Jahre 1874 eröffnete an dieser Stelle der Bierbrauer Fritz Faesch-Salathé ein aufs confortabelst eingerichtetes Bierlokal, welches er unter Zusicherung guten Stoffes und aufmerksamer Bedienung einem geehrten Bier trinkenden Publikum empfahl. Faesch war Inhaber einer Brauerei, die er fortan nach dem Löwenzorn, Basler Löwenbräu nannte. Bis kurz vor dem ersten Weltkrieg hatte das Löwenbräu bestand. Danach wurde es von der Brauerei Warteck aufgekauft. Schliesslich ging diese in die Hände der Brauerei Feldschlösschen über, welche das Gebäude am Gemsberg liebevoll restaurierte.

Es dauerte nicht lange und der Löwenzorn wurde zu einem der beliebtesten Treffpunkte in der Basler Altstadt. Mit seinen rund 410 Sitzplätzen im Hause und weiteren 220 im romantischen Innenhof, gehört er auch ausserhalb der Fasnachtszeit zu den wichtigsten Dreh- und Angelpunkten für mehr als 50 Vereine, Cliquen, Zünfte, Studentenverbindungen und andere Gesellschaften. Die elegante Gaststube aus dem 17. Jahrhundert, die Zunftstuben der Gerbern- und Schneiderzunft, das Chambre de Grimasse der Fasnachtsclique Basler Mittwochsgesellschaft und diverse andere, teilweise über 280 Jahre alte, historische, wertvolle Stuben mit Stukkaturdecken, Holzschnitzereien bieten einen stimmungsvollen Rahmen für manch gelungenes Fest.

Seit dem 1. Oktober 1996 ist der Löwenzorn im Besitz der beiden Studentenverbindungen Rauracia und Alemannia, welche zu diesem Zweck gemeinsam eine Aktiengesellschaft, die Zum Löwenzorn AG, gegründet haben.

Geöffnet: Mo-Sa 11.00 - 24.00 / So 10.30 - 22.30
Telefon: +41 61 261 42 13 / Tisch reservieren
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